Schwanger während der Coronakrise [Gastbeitrag]

Hallo ihr Lieben,

das ist jetzt mein 2. Blogeintrag auf zeitistrelativ.com.

Ich habe im Frühjahr letzten Jahres über Möglichkeiten für Dates während der Coronakrise geschrieben und vielleicht den ein oder anderen auch Ideen für Zeit mit dem Partner/der Partnerin gegeben.

Nun möchte ich euch einen Einblick geben, wie es ist schwanger zu sein, während der Coronapandemie.

Was alles fehlt

Zuallererst kann man sagen, es ist definitiv anders. Das fängt schon damit an, dass beim Frauenarzt keine Begleitung mitgebracht werden darf, selbst wenn es der werdende Vater ist. Das ist gerade bei dem ersten Ultraschall, wo man die Herztöne des Babys hören kann, natürlich traurig und schade. Ich kann meinen Mann lediglich davon erzählen, aber das ist nicht dasselbe als mit dabei gewesen zu sein und dieses Wunder selbst miterleben zu können. Gerade es meine erste Schwangerschaft und unser erstes Kind sein wird, ist dies natürlich umso trauriger.

Es ist eine Zeit, die geprägt ist von Einschränkungen und Verboten

Es finden auch keinerlei Geburtsvorbereitungskurse mit anderen werdenden Eltern statt, wo man sich austauschen und Kontakte knüpfen könnte. Eine Hebamme zu finden, ist in dieser Zeit noch schwieriger zu normalen Zeiten. Jeder Kontakt soll auf das Minimum reduziert werden.

Ein digitaler Geburtsvorbereitungskurs

Wir haben uns jetzt einen Online Geburtsvorbereitungskurs gekauft, den wir uns jederzeit ansehen und abspielen können. Der Kurs ist in 6 Teile aufgeteilt und den 1. Teil haben wir uns bereits angesehen. Darin ging es um die weibliche Anatomie und um Übungen zum Training des Beckenbodens in Vorbereitung auf die Geburt. Der Kurs wird von zwei Hebammen geleitet, welche die Übungen anschaulich erklären und auch theoretisches Grundwissen vermitteln.

Der 1. Teil hat mir auf jeden Fall ganz gut gefallen. So haben ich und mein Mann zumindest einen Eindruck davon, was auf uns bei der Geburt zukommt.  

Die Angst vor dem Virus

Mittlerweile bin ich in 27. Schwangerschaftswoche und somit im dritten Trimester. Damit hoffe ich, dass ich das Schlimmste tatsächlich auch schon hinter mir habe. Gerade die ersten 14 Wochen waren von extremer Müdigkeit, Appetitlosigkeit und Übelkeit geprägt. Dazu kam die Angst, dass ich mir irgendwo das Coronavirus einfange und das Leben meines ungeborenen Babys gefährde. Nachdem aber mein Mann seit Mitte Dezember auch endlich in den Distanzunterricht durfte (er ist Lehrer an einem Gymnasium) ist diese Angst gewichen.

Nun bin ich auch voller Vorfreude auf unser Baby. Seit der 20 SSW kann ich es endlich richtig spüren und jetzt ist es auch für meinen Mann greifbarer. Nun kann er unser Baby selbst fühlen, wenn er seine Hand auf meinen runden Bauch legt.

Positive Aspekte

Mein eigener Zeitplan

Es gibt natürlich auch positive Aspekte einer Schwangerschaft in Coronazeiten. Dadurch dass ich seit Mitte März letzten Jahres durchgängig im Home Office bin, konnte ich meine Schwangerschaft ziemlich lange für mich behalten und meinen Arbeitgeber erst dann informieren, als es sich für mich richtig anfühlte. So konnte ich mir mein Arbeiten so angenehm wie möglich einteilen und habe es mir auch an schlimmen Tagen mit dem Laptop auf dem Sofa bequem gemacht. Es ist auch praktischer von zuhause arbeiten zu können und jederzeit die Toilette aufsuchen zu können, wenn das Essen oder das Getränk nicht im Magen bleiben möchte. So kriegen auch Arbeitskollegen nicht mit, wie oft man zur Toilette muss. So können sie deswegen auch keine Vermutungen anstellen und unangenehme Fragen stellen.

Babyfachmärkte sind systemrelevant

Zwischen November 2020 und 8. März 2021 waren sämtliche Geschäfte geschlossen, die nicht systemrelevant sind. Das traf zum Glück nicht auf Babyfachmärkte zu. Und so konnten wir uns vor ein paar Wochen zum ersten Mal nach Kinderzimmermöbeln, Kinderwagen, Babyschalen und vielen mehr umsehen. Das Schöne daran war, dass diese Geschäfte auch zu dieser Zeit nicht so überlaufen waren und die Verkäufer sich sehr viel Zeit für die Beratung nehmen konnten. Wir haben nun auch unsere ersten Anschaffungen fürs Baby getätigt: Kinderwagen und Babyschale.  Ein paar Kleidungsstücke habe ich für unser Baby auch schon gekauft. Aber ich bin sehr stolz auf mich, dass ich nicht in den Wahn verfallen bin, möglichst viele, süße Babyoutfits zu kaufen. Die sind bekanntermaßen eher unpraktisch – vor allem für Neugeborene – und die Kleinen wachsen da viel zu schnell raus.

Einfach mal entspannen

Geschlossene Geschäfte und ein sehr reduziertes soziales Leben führen auch zu einer Entschleunigung des gesamten Alltags. Das ist in der Schwangerschaft sehr entspannend, da es eh eine Zeit voller Neuerungen und Aufregung ist. Daher kann man diese Restriktionen der Coronapandemie als Schwangere durchaus genießen. Allerdings wäre es natürlich schön, ab und zu Besuch zu empfangen oder sich mit der besten Freundin auf einen kleinen Shoppingbummel treffen zu können.  Aber zum Glück kam ja nun die erlösende Nachricht, dass man sich wieder mit einem zweiten Haushalt treffen darf. Man darf also wieder etwas optimistischer in die Zukunft blicken.

Fazit

Alles in allem, ändert sich trotzdem nichts daran, dass die Schwangerschaft, Corona hin oder her, einen der aufregendsten, spannendsten und wundervollsten Zeiten ist. Man kann auch vorher noch so viel über Schwangerschaften lesen und sich darauf vorbereiten, wenn es dann selbst so weit ist, es eh ganz anders. Denn eine Schwangerschaft ist ein individuelles Erlebnis, es gibt zwar Erfahrungen anderer Schwangeren, die sich mit deinen Erlebnissen decken können, aber im Endeffekt ist es doch ein individuelles und persönliches Ereignis.

Eine Antwort auf „Schwanger während der Coronakrise [Gastbeitrag]

Hinterlasse mir einen Kommentar

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s