Tadaaa: Sie steht – unsere neue Küche

Die neue Küche steht seit etwas über einer Woche und wir haben es uns so richtig gemütlich gemacht. Ich kann mir gar nicht mehr vorstellen, wie wir es vorher ohne diese Großzügigkeit ausgehalten haben. Obwohl es durchaus riskant war, die neue Küche während eines Lockdowns fast ungesehen zu kaufen, war es wirklich die beste Entscheidung überhaupt und ich bin froh, dass wir diesen Schritt gewagt haben. 

Ein offenes Küchenregal mit Teekanne, Teetasse und einem Kochbuch mit dem Titel "Paris in meiner Küche"
Paris in meiner Küche – zumindest wenn es um köstliche Mahlzeiten geht.

Tschüss alte Küche

Unsere alte Küche haben wir bei eBay-Kleinanzeigen verschenkt. Wie ich schon hier erzählt habe, haben wir unsere alte Küche für sehr wenig Geld von einer Bekannten erworben. Nun wollten wir anderen, die aktuell in unserer damaligen Situation stecken, helfen. So tauschten wir unsere weiße Kommode gegen zwei Tafeln Schokolade an ein junges Pärchen, dass zum ersten Mal zusammenzog und nun die Wohnung kostengünstig einrichten muss. Die Küche selbst ging an ein Ehepaar, dass aus Syrien geflohen war und die zweite Arbeitsplatte befindet sich jetzt in einem Schrebergarten. Wir hatten die Küche bereits Anfang März in das Portal eingestellt und waren ehrlich überrascht, wie viele Anfragen wir bekamen. Damit hatten wir nicht gerechnet. Auch die Abholung Ende März / Anfang April lief, bis auf eine kleine Diskussion bzgl. des Tragens von Masken, reibungslos. 

Übergangszeit

Nachdem die Küche leergeräumt und alle Löcher mit Spachtelmasse gefüllt waren, ging es ans Abkleben und Streichen. Ich habe mich für einen schönen Off-White-Ton mit einem warmen, roten Unterton entschieden. Mein Mann ist immer noch der Überzeugung, es sei „weiß“. Dank der guten Deckkraft mussten wir nur einmal streichen und so bleibt noch genügend Farbe für den Flur, den wir demnächst angehen wollen. 

Auch das Verlegen der neuen Stromversorgung für den Backofen lief einwandfrei. Ein Kumpel konnte uns hier helfen und so kamen hier nur die Kosten für das Elektrozubehör auf die Soll-Seite unseres Budgets. Man kann wohl nicht alles haben: Entweder Frisöre oder Elektromeister im Freundeskreis… 

eine leergeräumte Küche mit einigen Elektrogeräten

Trotz guter Planung war die Zeit ohne Küche etwas unangenehm. Da unsere Waschmaschine ebenfalls in der Küche steht, fiel diese für die Zeit komplett aus und der Wäscheberg wuchs und wuchs. Gleichzeitig war das Kochen auf zwei Kochplatten und einem Mini-Backofen zwar machbar, aber umständlich. So kam es, dass wir uns einmal Pizza bestellten und ein anderes Mal Sushi. Aufgrund der Osterfeiertage lagen mehr Tage zwischen Abbau und Aufbau als ursprünglich geplant. Ich bin sehr froh, dass wir diesen ganzen Hickhack nun für die nächsten Jahre nicht mehr haben werden. 

Damit die Anlieferung der Küche direkt am Dienstag nach Ostern reibungslos klappen konnte, beantragten wir im Vorfeld die Errichtung einer temporären Parkverbotszone. Ehrlich gesagt: Wir suchten uns einen Dienstleister, der das für uns übernahm. Der Vorteil war, dass wir uns weder um den eigentlichen Antrag noch um die Schilder kümmern mussten. Obwohl es sicherlich sehr witzig geworden wäre, hätten wir versucht, diese in unseren kleinen Twingo zu packen. So konnten wir uns dahingehend entspannt zurücklehnen. Auch hatten wir das Glück, dass sich tatsächlich all unsere Nachbarn daran hielten und der Lieferwagen am Aufbautag ohne Probleme parken konnte. 

„Hallo Küche“

Beim Aufbau gab es dann zuerst ein paar Unstimmigkeiten. Die Monteure standen relativ pünktlich vor der Tür, aber die Küche war noch nicht da. Und eine Telefonnummer des Spediteurs hatten weder wir, noch die Monteure oder das Küchenhaus selbst. Am Servicetelefon war man auch dementsprechend auch überrascht, denn „dass die Monteure da sind, die Küche aber nicht, ist sehr selten der Fall.“ Man schob es auf den Schneefall. Bekanntlich löst ja schon eine einzige Schneeflocke in NRW ein Schneechaos aus.  

Rund eineinhalb Stunden später wurde dann die Küche geliefert und die Diskussionen über das Tragen von Masken begann. Bereits die Monteure standen am Morgen völlig ohne Maske fröhlich in der Tür. Auf meine Frage, ob man denn keine Maske hätte, wurde genervt mit den Augen gerollt und darauf hingewiesen, dann müsse man noch mal runter, die lägen im Auto. Auch die Spediteure, die die Küchenmöbel lieferten, trugen ihre Masken teilweise unter der Nase oder sogar komplett unter dem Kinn. Schließlich seien „die Möbel schwer!“. Ja, das sind sie. Aber ich konnte bei dem Geschnaufe und Geächze förmlich die Aerosole sehen, wie sie in unserer Wohnung verteilt wurden. Also achtete ich weiterhin darauf, dass meine FFP2-Maske gut saß und auch die Handwerker ihre medizinischen Masken über Mund und Nase trugen. Zudem lüfteten wir während des gesamten Tages und hatten dementsprechend frostige 12° Grad in der Wohnung. 

Der Aufbau selbst ging reibungslos über die Bühne und innerhalb von vier Stunden stand unsere neue Küche. Zwar wurde der falsche Teleskopauszug geliefert, zwei Schrauben aus Versehen zu früh wieder mitgenommen und eine Abdeckung fehlt, aber im Großen und Ganzen sind das eher marginale Probleme. Jetzt warten wir nur auf die Rückmeldung des Küchenstudios, wann die fehlenden Teile geliefert und eingebaut werden. 

Das fertige Resultat 

Eine Küchenzeile mit Herdplatte, Topf und Küchenutensilien.

Wenn ich jetzt in unsere neue Küche komme, kann ich es immer noch nicht so recht glauben. Ist das wirklich unsere neue Küche? Das fertige Resultat ist wunderschön. Ich hatte im Vorfeld etwas Sorge, dass es vielleicht doch komisch aussehen könnte, wenn die Griffe ebenfalls in Eiche gehalten sind. Aber nein, es sieht einfach toll aus. Die Kombination von schwarzen Elementen mit Eiche passt prima zu der Küche und das dennoch schlichte Design passt sehr gut zu uns. 

Mittlerweile steht die Küche seit über einer Woche und wir sind super zufrieden. Dank der großzügigen Arbeitsfläche, die wir nun haben, können mehrere Personen (klein und große) jederzeit beim Kochen zugucken und auch helfen. Auch mein Mann nutzt die Arbeitsfläche gerne als Sitzplatz und leistet mir Gesellschaft (oder auch umgekehrt). Und genauso haben wir uns das bei der Planung vorgestellt. Dies ist eine Küche die einlädt zum Kochen, Lachen, Reden und auch Spielen. Ich bin sehr glücklich mit unserer neuen Küche und hätte sie mir kaum schöner vorstellen können.

Ich bin auf jeden Fall heilfroh, dass wir uns gegen mehrere Hängeschränke entschieden haben, da die Küche nun viel heller und freundlicher wirkt. Natürlich kommt noch etwas Dekoration an die Wand und vielleicht sogar ein Faltrollo ans Fenster. Aber das wird die Zeit erst zeigen. Accessoires und Küchenhelfer, die wir schon in der alten Küche hatten, aber nicht in die neue passten, haben wir kurzerhand mit schwarzer Lack- bzw. Metallfarbe angesprüht und so passend gemacht. Das passt auch hervorragend in die Philosophie der verschwenderischen Genügsamkeit. Auch das alte „Eichstätter Haferl“ von meiner Mutter zog wieder ein und verbindet Vergangenheit mit Gegenwart. 

Die neuen Elektrogeräte sind allesamt funktional und bieten so einen echten Mehrwert zu den alten Geräten. So macht das Kochen gleich noch viel mehr Spaß und ich freue mich schon sehr darauf, wenn im nächsten Jahr, wenn wir hoffentlich alle geimpft sind, endlich wieder Freunde zu uns kommen können, die wir verköstigen dürfen. 

5 Kommentare zu „Tadaaa: Sie steht – unsere neue Küche

  1. Gratuliere zur neuen Küche!!!
    Ich gehe auch seit einiger Zeit mit dem Gedanken an eine neue Küche schwanger. Meine habe ich vor 15 Jahren bei Ebay ersteigert, für 360€. Ich finde, dafür hat sie lange gehalten. Aber nun ist sie reif für den wohlverdienten Ruhestand 😉

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    1. ein tolles Schnäppfchen! Ich persönlich bin einfach sehr zufrieden mit der neuen Küche und dem Service. Auch das wir jetzt die Möglichkeit hatten, sie nach unseren Wünschen und Bedürfnissen zu gestalten. Natürlich ist es immer eine Investition. Allerdings: So eine Küche kostet zwar so viel wie ein gebrauchter Kleinwagen – aber hält auch sehr viel länger. Und wenn man eine „gute“ Küche hat, kann man diese nach 15 Jahren auch mal mit neuer Farbe und/oder Geräten aufhübschen.

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